Potsdam, 25. November 2020 Pressemitteilungen Mitgliedsorganisationen
Plakataktion der Opferhilfe Land Brandenburg e.V. - Vergewaltigt - was nun?

Die Opferhilfe Land Brandenburg e.V.  hat eine Plakataktion in Bussen in den Städten Cottbus, Frankfurt (oder) und Neuruppin gestartet. Auf den Plakaten: „Vergewaltigt – was nun?“ wird über medizinische Soforthilfe und vertrauliche Spurensicherung in den vier Kliniken in Potsdam, Cottbus, Frankfurt (Oder) und Neuruppin informiert.

Eine Vergewaltigung stellt einen massiven Eingriff in die körperliche Unversehrtheit und ein schwerwiegendes traumatisches Ereignis dar. Betroffene stehen nach der Tat unter Schock und nicht immer trauen sie sich, sofort eine Anzeige zu erstatten. Lediglich 5-15% der Vergewaltigungen werden bei der Polizei angezeigt. Denn viele Betroffene haben Angst vor dem Täter, der häufig aus dem Familien- oder Freundeskreis kommt. Scham- und Schuldgefühle und die Befürchtung, ihnen werde vielleicht nicht geglaubt, kommen noch hinzu.

Seit 2015 bieten landesweit vier Schwerpunktkliniken medizinische Soforthilfe und vertrauliche Spurensicherung nach Vergewaltigung. Wenn Betroffene nicht sofort eine Anzeige bei der Polizei erstatten, können sie dort die Tatspuren sichern lassen und bei einer späteren Anzeigenerstattung auf das Beweismaterial zurückgreifen.

Auf den Plakaten steht folgender wichtiger Hinweis:
Wenn Sie Opfer einer Vergewaltigung geworden sind, sollten Sie sich auf jeden Fall medizinisch untersuchen lassen, auch wenn Sie selbst keine Verletzungen bemerken. Wenn Sie nicht gleich eine Anzeige bei der Polizei (110) erstatten möchten, können Sie trotzdem sofort die Tatspuren
in einer der nachfolgenden Kliniken vertraulich sichern lassen. Im Fall einer späteren Anzeigenerstattung können Sie dann auf das Beweismaterial zurückgreifen.
Wenn ein Opfer in der Rettungsstelle den Schlüsselsatz sagt: „Ich brauche dringend ein Gespräch mit einer Gynäkologin“ bzw. “Ich brauche dringend ein Gespräch mit einem Urologen“, erfolgt ohne weiteres Nachfragen die unverzügliche Weiterleitung auf die gynäkologische bzw. urologische Station, wo speziell geschulte Ärztinnen und Ärzte die Behandlung und Spurensicherung durchführen. Auf Wunsch wird der Kontakt zu weitergehender Hilfe und Beratung hergestellt.

Beteiligte Krankenhäuser:
Potsdam: EvB Klinikum Tel: 0331 24135051
Cottbus: Carl-Thiem-Klinikum Tel: 0355 462468
Frankfurt (O.): Klinikum Frankfurt (O.) Tel: 0335 5482710
Neuruppin: Ruppiner Kliniken Tel: 03391 394515

Weitere Information und Beratung:
Frauenberatung Potsdam Tel: 0331 974695
Opferberatung Potsdam Tel: 0331 2802725
Opferberatung Brandenburg Tel: 03381 224855
Opferberatung Cottbus Tel: 0355 7296052
Opferberatung Senftenberg Tel: 03573 140334
Opferberatung Frankfurt Tel: 0335 6659267
Opferberatung Neuruppin Tel: 03391 512300
Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ Tel: 0800 116 016

Katja Wolf

Referentin Kommunikation
Presse- & Öffentlichkeitsarbeit


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