Die Arbeit des Fachbereichs von Juli 2024 bis Juni 2025
Arbeits- und Beratungsschwerpunkte im Referat Kinder- und Jugendhilfe: Hilfen zur Erziehung
Im zurückliegenden Jahr hat das Referat Kinder- und Jugendhilfe die politische Interessenvertretung für die Hilfen zur Erziehung (HzE) konsequent ausgebaut. Ein zentrales Ergebnis ist die Verabschiedung des Brandenburgischen Kinder- und Jugendgesetzes am 25. Juni 2024. Durch frühzeitige Stellungnahmen, Fachgespräche und eine enge Allianz mit anderen Spitzenverbänden konnten wir mehrere Passagen streichen lassen, die das Subsidiaritätsprinzip zugunsten kommunaler Eigenleistung verwässert hätten. Parallel dazu standen die Folgen des Fachkräftemangels im Mittelpunkt. Gemeinsam mit der Diakonie und den beruflichen Schulen der Hoffbauer-Stiftung organisierten wir die Jobmesse „Arbeit mit Sinn und Balance: Ihr Weg in die Erziehungshilfe“. Das Format verband Beratung und Information zu den Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten im Arbeitsfeld der erzieherischen Hilfen ebenso wie Workshops mit praxisnahen Impulsen, Austauschmöglichkeiten mit erfahrenen Fachkräften und eine Jobbörse mit potenziellen Arbeitgeber:innen; Teilnehmende aus ganz Brandenburg konnten so erreicht werden.
Fachlich rückten wir die wachsende Zahl psychisch belasteter Kinder und Jugendlicher in den Fokus. Das Stimmungsbild aus den Mitgliedsorganisationen, die im Bereich der Hilfen zur Erziehung tätig sind, bestätigen den Handlungsbedarf: deutlich häufiger sind Einrichtungen und die dort tätigen Fachkräfte mit komplexeren Fallkonstellationen als noch vor wenigen Jahren konfrontiert. Aufbauend darauf bereiten wir mit den anderen LIGA-Verbänden zusammen einen Fachtag im Frühjahr 2026 vor.
Ansprechperson
Dr. Mark Einig
Referent Kinder- und Jugendhilfe: Hilfen zur Erziehung
0331 | 28497 – 15
mark.einig@paritaet-brb.de
Arbeits- und Beratungsschwerpunkte im Referat Kinder- und Jugendhilfe: Kindertagesbetreuung
Auch im Bereich der Kindertagesbetreuung stand 2024 ganz im Zeichen gesetzgeberischer Veränderungen und Qualitätsentwicklung. Mit inhaltlicher Expertise begleiteten wir die Erarbeitung des neuen Kita-Bildungsplans, der im Juli 2024 in Kraft getreten ist. Während wir die fachlichen Leitlinien ausdrücklich begrüßen, mahnten wir gegenüber dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport als zuständigem Fachressort Ressourcen für die Umsetzung und Implementierung des Bildungsplans in den Einrichtungen an. Hinsichtlich eines breiten und regionalisierten Fortbildungsangebots zum neuen Bildungsplan ist dies gelungen.
Ein zweiter Schwerpunkt war die politische Lobbyarbeit im Landtagswahljahr 2024. In Gesprächen mit Fraktionen und Kandidat:innen, in Hintergrundgesprächen sowie über Social-Media-Kampagnen setzten wir uns für konkrete Verbesserungen in der Kinder- und Jugendhilfe, speziell in der Kindertagesbetreuung, ein. Nach wie vor ist das Kindertagesstättengesetz in Brandenburg nicht reformiert worden, sodass unsere Mitgliedsorganisationen nach wie vor mit den komplexen, zum Teil widersprüchlichen Finanzierungsregelungen konfrontiert sind, die zudem ein nicht mehr zu rechtfertigendes Maß an Bürokratie- und Verwaltungsaufwand nach sich ziehen – das muss sich in dieser Legislatur ändern!
Unmittelbar nach der Regierungsbildung schloss sich das Haushaltsaufstellungsverfahren an. Dessen Begleitung, u. a. in Gesprächen mit den fachpolitischen Sprecher:innen der Fraktionen, darauf ausgerichtet war, Standardabsenkungen sowie Haushaltskürzungen des Landes in der Kindertagesbetreuung abzuwenden. Zumindest in Teilen konnte das gelingen. Die Personalschlüsselverbesserung in der Krippe wurde nicht – wie mit dem Haushalt geplant – aufgehoben, sondern in den Januar 2027 verschoben. Einen Anteil daran hat sicherlich auch das Aktionsbündnis „KiTAKOLLAPS“, in dem auch der Paritätische Brandenburg vertreten ist, das im Mai 2025 landesweit und bereits zum dritten Mal den KiTAKOLLAPS-Aktionstag durchführte.
Aktuell fordern uns und insbesondere unsere Mitgliedsorganisationen die momentanen demographischen Entwicklungen heraus. In Brandenburg ist seit etwas mehr als drei Jahren ein signifikanter Geburtenrückgang zu verzeichnen. Dieser führt – regional in unterschiedlich starker Ausprägung – zu einer Unterbelegung in den Krippen und gefährdet auf längere Sicht die Personalsicherung/-bindung sowie den Fortbestand aller Einrichtungen. Zu jeder sich bietenden Gelegenheit weisen wir in Gesprächen, Arbeitsgruppen und Gremien auf diese Entwicklung hin, um bei den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung eine Sensibilität und Handlungsbereitschaft in dieser Angelegenheit herzustellen.
Im Ergebnis streben wir, das Referat Kinder- und Jugendhilfe / Kindertagesbetreuung, mit dieser Doppelstrategie – konsequente Lobbyarbeit und passgenaue Fachberatung – weiterhin an, unsere Mitglieder in ihrer Handlungsfähigkeit zu stärken und uns nach außen für ihre Interessen sowie Belange einzusetzen.
Ansprechperson
Stefan Manthei
Referent Kinder- und Jugendhilfe: Kindertagesbetreuung
0331 | 28497 – 22
stefan.manthei@paritaet-brb.de

Referentin Kommunikation
Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
Landesgeschäftsstelle
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Tel. 0331 | 28497 - 65
Fax 0331 | 28497 - 30
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