17. November 2025 Migration & Geflüchtete
Jahresrückblick "Migration"

Die Arbeit des Referats von Juli 2024 bis Juni 2025

Im Berichtszeitraum stand die Sicherung und Weiterentwicklung der Beratungs- und Unterstützungsangebote im Mittelpunkt. Durch intensive Gespräche mit Politiker:innen des Bundes und des Landes Brandenburg sowie durch die Organisation von Vernetzungstreffen und das Verfassen von Stellungnahmen konnten drohende Kürzungen im Bereich der Integrationsarbeit abgewendet werden. Insbesondere die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) und weitere bundesgeförderte Programme konnten so erhalten bleiben. 

Herausfordernd bleibt die Förderung der Asylverfahrensberatung sowie die besonderen Rechtsberatungen für vulnerable Gruppen, die trotz Protesten gekürzt wurde. Die psychosoziale Versorgung Geflüchteter wurde mithilfe von Projekten aus dem AMIF-Fonds weiter ausgebaut. Der Paritätische leistet mit seinen regional verankerten Strukturen und Projekten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Willkommenskultur und zur nachhaltigen Integration in Brandenburg. 

Der Koalitionsvertrag in Brandenburg setzt einige positive Impulse für die Integrationsarbeit, bleibt jedoch in wichtigen Fragen unkonkret. Besonders begrüßt wird die geplante Einführung eines Landesintegrationsgesetzes sowie die weitere Bereitstellung eines Dolmetschertools für alle beteiligten Institutionen. Kritisch ist, dass der Vertrag zur Integration wenig Konkretes bietet und den Fokus vor allem auf die Arbeitsmarktintegration legt, während zentrale Themen wie Wohnen, Gesundheit und soziale Teilhabe zu wenig berücksichtigt werden. Die geplante isolierte Unterbringung in Ausreisezentren und unklare Begrifflichkeiten erschweren aus fachlicher Sicht nachhaltige Integration. 

Der Paritätische hat bereits in der ersten Hälfte 2025 intensive Beratungen mit den integrationspolitischen Sprecher:innen der Regierungsfraktionen und der CDU als Opposition geführt, um Unterstützung für bessere Integrationsbedingungen für Asylbewerber:innen sowie Migrant:innen aus der EU und Drittstaaten zu gewinnen. Auch in Zukunft wird sich der Paritätische aktiv in die Weiterentwicklung der Integrationspolitik einbringen und für verbindliche Maßnahmen in allen relevanten Lebensbereichen werben. Der Paritätische wird aktiv an der Erarbeitung und Ausgestaltung des Integrationsgesetzes mitwirken und alle Möglichkeiten der Beteiligung der Mitgliedsorganisationen in diesem Prozess nutzen, dass die Sichtweisen der Migrantenselbstorganisationen und der Fachebenen Berücksichtigung finden. 

 

Zahlen, Daten, Fakten 

  • 4 Facharbeitskreise Migration pro Jahr 
  • 15 Beratungen vor Ort bei Mitgliedsorganisationen 
  • Weitere 30 Beratungen online oder per Telefon 
  • Mitarbeit im Landesintegrationsbeirat, dort Leitung der AG Bildung und Erziehung 

 

Ausblick und neue Aufgaben für den Paritätischen Fachbereich Migration 

Brandenburg steht vor demografischen Herausforderungen und einem wachsenden Fachkräftebedarf – besonders im Sozial-, Erziehungs- und Pflegebereich. Menschen mit Migrationshintergrund sind eine zentrale Ressource, um diese Lücke zu schließen. Der Paritätische wird sich daher künftig noch stärker auf folgende Aufgaben konzentrieren: 

  • Strategische Bündelung und Vernetzung: Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Integrations-, Qualifizierungs- und Beratungsangeboten und Einsatz für deren dauerhafte Finanzierung. 
  • Fokus auf Arbeitsmarktintegration: Vereinfachung des Zugangs zu Sozial- und Pflegeberufen, schnellere Anerkennung von Qualifikationen und gezielte Unterstützung für Quereinsteiger:innen. 
  • Beratung und Begleitung: Aufbau und Stärkung niedrigschwelliger, kontinuierlicher Beratungsstrukturen für Zugewanderte und Arbeitgeber. 
  • Politische Interessenvertretung: Fortsetzung des Dialogs mit politischen Entscheidungsträger:innen, um Hürden abzubauen und verlässliche Strukturen zu schaffen. 
  • Innovative Lösungen: Entwicklung neuer Ansätze wie Mentoringprogramme, Patenschaftsmodelle und digitale Angebote für Integration vor Ort. 

Unser Ziel

Alle Menschen in Brandenburg sind Bestandteil des Erfolges im Bundesland und müssen gefördert werden in ihrer Entwicklung. Egal aus welchen Gründen Menschen zu uns kommen, ob als Flüchtling mit guten oder sogenannten schlechten Bleibeperspektiven oder als Zugewanderte, die für einige Zeit hier Arbeit suchen. Um die Möglichkeiten zum Spurwechsel nutzen zu können, braucht es Sprach- und Integrationsangebote von Beginn an. Dafür braucht es eine ressortübergreifende Landes-Koordinierungsstelle, dauerhaft finanzierte Angebote und eine klare politische Strategie, die Integration als gesamtgesellschaftliche Aufgabe versteht. 

Der Paritätische wird diesen Prozess aktiv begleiten, innovative Projekte initiieren und seine Expertise für die nachhaltige Gestaltung der Integrationslandschaft in Brandenburg einbringen 

 

Ansprechperson

Dunja Schwarz-Fink  
Referentin Migration 
03334 | 331 – 30 
dunja.schwarz-fink(at)paritaet-brb.de

 

Katja Wolf

Referentin Kommunikation
Presse- & Öffentlichkeitsarbeit


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