LIGA zur Pflegesituation im Bundestag

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Am 22. Februar traf sich eine Delegation der LIGA Brandenburg mit Brandenburger SPD-Bundestagsabgeordneten und der Pflegebevollmächtigen der Bundesregierung Claudia Moll. Andreas Kaczynski, Vorsitzender der LIGA und Vorstand des Paritätischen Brandenburg, forderte innovative Lösungen bei der Fachkräftesicherung. Die Delegation übergab den Abgeordneten außerdem ein Forderungspapier für die Landtagswahl 2024.

Die LIGA Brandenburg setzt sich im Bundestag für bessere Pflege ein: ©SPD-Fraktion im Bundestag

„Unsere Gesellschaft erlaubt es sich, Pflegebedürftige und deren Angehörige mit ihren Nöten und Sorgen sich selbst zu überlassen. Das können wir für einen Sozialstaat, wie Deutschland es ist, nicht hinnehmen“, machte Kaczynski deutlich. Aufgrund des demografischen Wandels und der immer älter werdenden Bevölkerung gibt es stetig weniger Fachkräfte. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Pflege seit Jahren immer weiter an. Schon jetzt fehlen Plätze in Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste müssen Anfragen ablehnen.

Kaczynski verwies darauf, dass Leasingkräfte kein festes Fachpersonal ersetzen können. „Leasingkräfte in der Pflege können sich ihre Schichten meist aussuchen, in Folge dessen die Festangestellten mehr unbeliebte und familienunfreundliche Schichten übernehmen müssen. Und Leasingkräfte sind teuer und werden nicht vollständig refinanziert, was die Wirtschaftlichkeit von Einrichtungen weiter unter Druck setzt. Den bekommen wiederum die Festangestellten zu spüren.“ Ein Teufelskreis, so der LIGA-Vorsitzende.

Hohe Abbrecherquoten bei der Pflegeausbildung verschärfen die Situation. In Anbetracht dessen müssten dringend mehr junge Menschen für den Pflegeberuf gewonnen werden, waren sich alle Beteiligten einig. Kaczynski forderte, in den Schulen mehr Praktika anzubieten: „Denn für viele, die mit großer Begeisterung in der Pflege tätig sind, war dies der Anlass, sich für eine anschließende Ausbildung in der Pflege zu entscheiden.“

Pakt für Pflege weiterführen

Um Lösungen in der aktuell schwierigen Situation anzubieten, sind in erster Linie die Kommunen gefragt. Der Pakt für Pflege in Brandenburg unterstützt sie dabei. Durch Netzwerkstrukturen hilft er, die Versorgung vor Ort sicherzustellen, Angehörige zielgerichtet zu informieren und Strategien zu entwickeln, um den Eintritt der Pflegebedürftigkeit möglichst weit nach hinten zu schieben. Die LIGA fordert, den Pflegepakt nach den Wahlen fortzusetzen und zu erweitern und übergab den Abgeordneten ihr Forderungspapier für die Landtagswahl 2024.

Fakt ist auch: Professionelle Pflege wird teurer. So sind mit der Tariftreueregelung die Pflege-Gehälter in Brandenburg um bis zu 30 Prozent gestiegen. „Das war notwendig und gut. Es bedeutet aber auch, dass Eigenanteile steigen und immer mehr Pflegebedürftige Hilfe zur Pflege beantragen müssen. Das wiederum belastet die Budgets der Kommunen“, so Kaczynski. Er forderte die Politik auf, gemeinsam weiter an Lösungen für das komplexe Zukunftsthema Pflege zu arbeiten: „Wir sind gesprächsbereit“.

Eingeladen hatte der Sprecher der Brandenburger Landesgruppe der SPD-Bundestagsfraktion, Stefan Zierke.