Einsatz gegen Armut
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Eine integrierte Sozialplanung in den Kommunen, eine auskömmliche Finanzierung und eine Strategie des Landes, um (Kinder-)Armut zu bekämpfen: Das forderte Joachim Kay, Referent Teilhabe, Betreuungsrecht und Soziale Hilfen, gestern auf der Fachveranstaltung „Stark vor Ort“. Bei der Auftaktveranstaltung zum ESF+-geförderten Programm ging es unter anderem darum, wie sich Kinderarmut im Land erfolgreich bekämpfen lässt. In Brandenburg sind 15 Prozent der Menschen armutsgefährdet, bundesweit die drittgeringste Quote. Das stimmt zuversichtlich, ist aber kein Grund, sich auszuruhen. Besonders Familien Alleinerziehender und Familien mit drei und mehr Kindern sind in Brandenburg stark von Armut bedroht, betont Kay. So liegt die Quote der Armutsgefährdung alleinerziehender Familien bei rund 39 Prozent und bei Familien mit drei oder mehr Kindern bei 23.
Sozialplanung und Landesstrategie
Eine integrierte Sozialplanung der Kommunen würde es ermöglichen, anhand von Daten über die Sozialplanung zu entscheiden. Sie ermöglicht, Lebenslagen und Lebensbedingungen in den Sozialräumen zu analysieren und benachteiligte Sozialräume zu erkennen. Dabei geht es nicht nur um (Kinder-)Armut, sondern um alle sozialen Bereiche. Gemeinsam mit den Anbietern von Wohlfahrtsleistungen lassen sich nicht nur relevante Daten erheben, sondern auch konkrete Beratungsangebote zu existenzsichernden Leistungen sowie Unterstützungsbedarfen ableiten.
Neben den Kommunen ist das Land gefordert, so Kay im Rahmen der Fachtagung. Eine Landesstrategie, wie sie in anderen Bundesländern bereits erfolgreich umgesetzt wird, entwickelt Verfahren und Standards, um effektiv Armut und Kinderarmut zu bekämpfen. Sie vernetzt Landespolitik, Kommunen und die freie Wohlfahrtspflege, die Selbsthilfe und andere gesellschaftliche Akteure. "Zunächst muss ein gemeinsamer politischer Wille entstehen und die Bereitschaft, vor Ort konkrete Maßnahmen umzusetzen und ständig fortzuschreiben. Das ist ein Prozess, der Jahre dauert", so Kay. Wichtig dafür sind wie in allen Bereichen: finanzielle Ressourcen für Personal und Fachlichkeit.
Paritätischer Armutsbericht
Über die aktuelle Armut in Deutschland und seinen Bundesländern informiert der aktuelle Armutsbericht 2024, den Sie hier finden.