Potsdam, 17. März 2021 Berichte Kooperationspartner / Teilhabe
Gemeinsame Erklärung der Behindertenbeauftragten der Länder zur Impfstrategie

Paritätischer Brandenburg unterstützt Engagement gegen eine Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen

Mit der Erklärung "Impfen nach Risiko" fordern die Behindertenbeauftragten der Länder und des Bundes dazu auf, Menschen mit Behinderungen, die ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf aufweisen, schnellstmöglich ein Impfangebot zu stellen. Der Paritätische Brandenburg unterstützt aktiv diese Position. Wenn aus politischen Gründen weitere Gruppen von Menschen ohne Vorerkrankungen geimpft werden, sind die Menschen mit Behinderungen als besonders gefährdete Gruppe unmittelbar die Leidtragenden. Schon jetzt ist die Impfgruppe zwei der Menschen ohne Vorerkrankungen zu groß, um den Bedarf angesichts der Impfstoffknappheit zu decken.

Die Beauftragten fordern daher:
1. Es dürfen keine weiteren Gruppen in die Impfpriorisierungsliste aufgenommen werden, wenn sie nicht selbst ein erhöhtes Risiko für einen schweren bis tödlichen Verlauf haben oder Kontaktpersonen sind.
2. Es muss strikt nach der Reihenfolge der Impfverordnung geimpft werden.
3. Innerhalb der Priorisierungsgruppen müssen zuerst die Personengruppen mit einem Risiko für einen schweren bis tödlichen Verlauf geimpft werden.
4. Für Kinder mit Behinderungen oder Vorerkrankungen, die selbst nicht geimpft werden können, aber ein erhöhtes Risiko für einen schweren bis tödlichen Krankheitsverlauf haben, darf die Impfung der Kontaktperso-nen nicht zahlenmäßig begrenzt werden.
5. Zur Optimierung der Einzelfall-Verfahren beauftragen die Länder die behandelnden Ärzt*innen mit der Beurteilung des Risikos für einen schwe-ren bis tödlichen Krankheitsverlauf.


Zur Erläuterung der letzten Forderung: Menschen mit gravierenden Risiken aufgrund einer Vorerkrankung oder Behinderung sind in vielen Fällen nicht in der Coronavirus-Impfverordnung berücksichtigt, weil ihre Diagnosen zu selten sind, um statistisch ins Gewicht zu fallen. Dafür wurden Einzelfallentscheidungen ermöglicht. Diese Menschen haben Angst wegen eines nachweislich erhöhten Sterberisikos – sie sehen sich gleichzeitig bedroht für den Fall, dass Triage-Entscheidungen erfolgen. Zum Teil leben sie seit über einem Jahr in Selbstisolation. Nach Auswertung der Rückmeldungen an die Beauftragten sind die derzeitigen Einzelfallverfahren nicht zielführend.

Mirjam Deponte

Referentin Kommunikation und Information

Landesgeschäftsstelle

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14473 Potsdam

Tel. 0331 | 28497 - 64
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E-Mail: mirjam.deponte(at)paritaet-brb.de

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