05.05.2016 Fachbroschüren & Arbeitshilfen / Teilhabe / Landesverband / Publikationen
"Ich zeig Dir meine Stadt"

Bei diesem wunderbaren Projekt von und mit Organisationen in Brandenburg und Berlin konnte man Städte neu und inklusiv erleben. Menschen mit Beeinträchtigungen präsentierten die Stadt, in der sie leben - aus ihrem Blickwinkel, mit ihren Ideen.

In einem inklusiven Projekt beschäftigten sich Menschen mit Lernschwierigkeiten mit ihrer Heimat und erarbeiteten mit Unterstützer*innen eine Stadtführung in einfacher Sprache für ebenfalls Lernbeeinträchtigte. Orte des Geschehens waren Potsdam, Cottbus und Berlin.Durchgeführt wurde das Projekt vom Paritätischen Brandenburg in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Kreisvereinigung Cottbus und Umgebung e.V., dem Lebenshilfe Brandenburg-Potsdam e.V. und dem Lebenshilfe Berlin e.V.. Das Projekt wurde von der Aktion Mensch gefördert.

Zunächst planten die Gruppen eine interessante Route mit Sehenswürdigkeiten, Parks und Museen oder anderen sehenswerten Zielen und bereiteten Informationen zu einzelnen Haltepunkten vor.

Dabei mussten viele Herausforderungen gemeistert werden. Z.B. sollte die ganztägige Stadtführung möglichst barrierefrei gestaltet werden. Der Zeitplan sollte den Gruppenmitgliedern mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen ermöglichen, jeweils die gesamte Führung erleben und durchhalten zu können. Es galt auch, die jeweiligen Bedürfnisse und eventuellen Hemmnisse der Teilnehmer*innen zu beachten und Alternativen anzubieten. Für den Spaziergang auf dem "Skywalk" - in 70m Höhe auf einem Hochhaus in Berlin war beispielweise "Schwindelfreiheit" Pflicht. Alternativ wurde eine Mühlenbesichtigung zu ebener Erde angeboten.
Die Planung von Mittagsversorgung mit einem zur Verfügung stehenden Budget gehörte ebenso dazu wie die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Dementsprechend viel Arbeit und Energie steckte schon in der Vorbereitung.

Schon bei der Planung und später auch bei der Begehung der einzelnen Routen zeigte sich, dass die Stadtplaner ihre Aufgaben in Sachen Barrierefreiheit teilweise noch erledigen müssen.

Die Teilnehmer*innen erhielten während der Stadtführungen von den Organisator*innen Informationen in leichter Spache, beispielsweise zu Stadtgeschichte oder zu den besuchten Sehenswürdigkeiten, erfuhren Geschichten rund um Parks und besuchten Museen. Die Stadtführer waren ausgezeichnet vorbereitet und gestalteten die Stadtrundgänge und Museumsbesuche sehr abwechslungreich und interessant. Höhepunkte der Stadtführungen waren zum Beispiel der Park Sanssouci, das Filmmuseum und der Rundgang am Alten Markt in Potsdam. In Cottbus besichtigten wir unter anderem den „Walk of Fame“ für Cottbuser Gewinnerinnen und Gewinner von Olympischen Medaillen, stiegen auf den Spremberger Turm und besuchten das Menschenrechtszentrum. In Berlin beeindruckten die Bunkerbesichtigung im Berlinmuseum, der Spaziergang durch den Tiergarten und der Aussichtspunkt in Marzahn.

Für alle Teilnehmenden hielt dieses Projekt viele spannende Momente bereit - und die Erkenntnis, dass man nicht weit reisen muss, um interessante Orte zu finden, Geschichte zu erfahren und eine schöne gemeinsame Zeit zu verbringen. Die insgesamt bis zu 20 Teilnehmer*innen waren letzlich zusammengewachsen wie eine richtige Reisegruppe.

In Auswertung der Stadtführungen wird eine kleine Broschüre mit den Routen erstellt, die auch Hinweise auf die Barrierefreiheit geben wird. Wir möchten uns bei allen Mitwirkenden, Organisatoren und Stadtführern bedanken für das sehr gelungene Projekt und die schöne und erlebnisreiche gemeinsame Zeit.

Das Verbandsmagazin dokumentiert die Arbeit des Paritätischen bundesweit und in Brandenburg.

DER PARITÄTISCHE - das Verbandsmagazin

Die Jahresberichte des Paritätischen Brandenburg bieten einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen im Landesverband, seine innere Struktur, das Leitbild und seine Leistungen für Mitgliedsorganisationen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Jahresbericht des Paritätischen Brandenburg