12.05.2016 Interkulturelle Öffnung / Zivilgesellschaft / Landesverband / Pressemitteilungen / Berichte
Grenzübergreifende Zusammenarbeit mit Polen

Schon seit Jahren pflegt der Paritätische Brandenburg gute Kontakte zu seinem polnischen Partnerverband ZLOP in der Wojewodschaft Lubuskie. Im Rahmen eines Arbeitstreffens am 10. Mai 2016 wurden künftige Perspektiven der Zusammenarbeit erörtert.

 Arbeitstreffen mit dem polnischen Partnerverband ZLOP am 10.05.2016 in Zielona Gora

Zu einem Arbeitstreffen mit dem polnischen Dachverband ZLOP reisten der Vorstandsvorsitzende des Paritätischen Brandenburg, Andreas Kaczynski und Regionalbüroleiter Steffen Große am 10. Mai 2016 nach Zielona Gora. Dort trafen sie mit Vertretern verschiedener polnischer Organisationen und der öffentlichen Verwaltung zusammen. Zentrales Thema des Treffens war die grenzübergreifende Zusammenarbeit bei Projekten im Bereich der sozialen Arbeit. Auf polnischer Seite nahmen an dem Treffen u.a. Romuald Malinowski, Präsident des Verbandes ZLOP, Waldemar Kotlarski, Vizepräsident der Gemeindeverwaltung von Zielona Gora sowie Tomasz Żółkiewicz Präsident von „Natura Polska“ teil.

ZLOP ist vor allem in der Wojewodschaft Lebus (Lubuskie) als Dachverband für NGO's, vorwiegend im sozialen Bereich aktiv. Allerdings entwickeln sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen für frei-gemeinnützige Träger in Polen erst seit wenigen Jahren positiv. Die Strukturen unterscheiden sich erheblich von denen in Deutschland. Die sozialen Arbeitsfelder werden zum einen von begrenzten öffentlichen Angeboten der Kommunen, zum anderen von kirchlichen Organisationen und privaten Anbietern dominiert. Insbesondere letztere sind von der breiten Masse der polnischen Bevölkerung nicht bezahlbar.

Ein zentrales Ziel der Arbeit von ZLOP ist es deshalb, die Rolle und Wirksamkeit von Nichtregierungsorganisationen in der polnischen Zivilgesellschaft auszubauen und zu stärken. Diesem Ziel dient auch der intensive Austausch mit den deutschen Nachbarn. Waldemar Kotlarski, Vertreter der Gemeindeverwaltung von Zielona Gora machte deutlich, dass dieses Interesse durchaus auch von kommunaler Seite besteht. So plant die Stadt z.B. die Eröffnung eines modernen Familien-Kinder-Heimes (ähnlich der SOS-Kinderhäuser) und sucht deshalb die Kooperation mit freien Trägern. Nach polnischem Gesetz müssen die Träger jedoch drei Jahre Erfahrung vorweisen können, um Einrichtungen betreiben zu können, was mangels entsprechender Betätigungsmöglichkeiten nahezu unmöglich erscheint. Gemeinsam mit den polnischen Partnern will der Paritätische deshalb prüfen, welche Möglichkeiten des Wissenstransfers hier erschlossen werden können, beispielsweise über Ausbildungsprogramme und -materialien oder Mentoring-Projekte bei deutschen Einrichtungen in Brandenburg. Hierzu will man im Gespräch bleiben. Großes Interesse besteht auch an der vertraglichen Ausgestaltung von Vereinbarungen zur Betreibung sozialer Angebote und den in Deutschland praktizierten Finanzierungsmodellen. Hier stehen die Polen noch ganz am Anfang einer Entwicklung.

"Natura Polska" eine Mitgliedsorganisation des ZLOP ist vor allem im Bereich der Umweltbildung und des Umweltschutzes aktiv. In der Vergangenheit wurden ca. 20 Projekte erfolgreich umgesetzt, u.a. auch in einer Kooperation mit Sachsen. Aktuell sucht die Organisation Projektpartner für neue Aktivitäten im Rahmen der EU-Förderperiode 2014-2020 für die Region zwischen Frankfurt und Cottbus. Über Naturthemen sollen dabei vor allem soziale Kontakte zwischen den Projektpartnern (Kitas, Schulen, Behinderteneinrichtungen etc.) und Kommunen sowie NGO's gefördert werden. Andreas Kaczynski sicherte zu, hierfür Kontakte zu deutschen Partnern wie dem BUND oder dem NABU zu vermitteln.

Die Gemeinde Zielona Gora und der polnische Partnerverband ZLOP luden den Paritätischen ein, die begonnenen Gespräche im Herbst 2016 in Polen fortzuführen.

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