Potsdam, 06. Juni 2019 Landesverband / Pressemitteilungen Landesverband
3. Brandenburger Sozialgipfel am 11. Juni in Potsdam

Potsdam – Am 11. Juni findet der 3. Brandenburger Sozialgipfel unter dem Motto „Schöner leben ohne Armut“ am Brandenburger Tor und vor dem Landtag statt.

1. Brandenburger Sozialgipfel in Potsdam, Bürger*innen schreiben ihre Forderungen auf.

Die Landesarmutskonferenz Brandenburg (lak) veranstaltet zum dritten Mal einen Sozialgipfel in Potsdam, um auf die Armut in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen. Rund 15 % der Brandenburger gelten als armutsgefährdet. Es sind vor allem Kinder und alte Menschen, Alleinerziehende, Arbeits- und Wohnungssuchende, die von Armut betroffen sind. Mit Infoständen, Bühnenprogramm, Demonstration und Redebeiträgen möchte die lak diesen Menschen Stimme und Gesicht geben und ihre konkreten Forderungen der Armutsbekämpfung publik machen.

„Denn Armut geht uns alle an und darf nicht achselzuckend hingenommen werden. Sie fordert uns alle heraus – Politik, Bürger, jeden Einzelnen!“ so Andreas Kaczynski, Sprecher der lak. Alle Bürger sind eingeladen, den Sozialgipfel zu besuchen, sich über Netzwerke und Hilfsangebote zu informieren und die Armutsbekämpfenden Forderungen des Sozialgipfels zu unterstützen.

Was:
3. Brandenburger Sozialgipfel
mit Infoständen, Bühnenprogramm, Demonstration und Kundgebung vor dem Landtag

Wann:
11. Juni 2019, von 11.00 Uhr bis ca. 15:30 Uhr,


14.00 Uhr Start der Demonstration zum Landtag

Die Demonstration führt vom Brandenburger Tor über die Charlottenstraße zum Landtag.

14.45 Uhr findet eine Abschlusskundgebung vor dem Landtag statt.

Wo:
Am Brandenburger Tor
in der Brandenburger Straße sowie vordem Landtag in Potsdam


Informationsstände und ein Bühnenprogramm am Brandenburger Tor informieren zu den Themen Langzeitarbeitslosigkeit und Schulden, Altersarmut, Kinderarmut, Armut und Gesundheit, Wohnen / Wohnungslosigkeit und Frauenarmut sowie vermitteln konkrete Hilfsangebote.
Veranstalter der Stände und des Bühnenprogramms sind der Märkische Sozialverein e. V., die Diakonie, der Verein Selbsthilfegruppe Alleinerziehender e. V., der Verein Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V., der Sozialverband VdK Berlin-Brandenburg e. V., der Arbeitslosenverband Deutschland Brandenburg e. V., die Caritas und der Paritätische Landesverband Brandenburg e. V.

Initiator des Sozialgipfels ist die Landesarmutskonferenz Brandenburg (lak). Ein Netzwerk, welchem neben den LIGA-Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege 25 weitere Initiativen, Vereine und gesellschaftliche Gruppen, darunter die Kirchen und Gewerkschaften sowie zahlreiche Selbsthilfegruppen, angehören. Die lak engagiert sich mit fachlicher und politischer Arbeit gegen Armut. Andreas Kaczynski, Vorsitzender des Paritätischen Brandenburg, ist Sprecher der Landesarmutskonferenz.

Zu den Armutsthemen hat die lak einen Forderungskatalog ausgearbeitet. Einen Auszug dieser Forderungen des Sozialgipfel 2019 in den 6 Themenschwerpunkten lesen Sie im Folgenden.

Langzeitarbeitslosigkeit und Armut

1. Maximale Bezugszeit des Arbeitslosengeldes auf bis zu 36 Monate verlängern

2. Mindestarbeitslosengeld einführen, dessen Betrag oberhalb des Grundsicherungsniveaus für Alleinlebende liegt.

3. Hartz IV Regelsatz auf insgesamt 571 Euro erhöhen

4. Zuverdienst Grenzen öffnen

5. Hartz IV Sanktionen abschaffen                                                         


Armut und Gesundheit

1. Frühe Hilfesysteme ausbauen, indem Fachkräfte in Kita und Schule armutssensibilisiert werden

2. Eine ganzheitliche und familienzentrierte Armutsprävention

3. Lokale / kommunale Angebote aus einer Hand


Altersarmut

1. Schaffung eines transparenten und vor Armut schützenden Rentensystems

2. Bessere Anerkennung von Zeiten der Aus- und Weiterbildung sowie Erziehungs- und Pflegeleistungen

3. ein solidarisches Rentensystem, in dem alle Erwerbseinkommen in die Sozialversicherungspflicht einbezogen werden, bei Beamt*innen und Selbstständigen ist das derzeit nicht der Fall.

4. Herstellung einer Renteneinheit zwischen Ost und West


Kinderarmut

1. Landesaktionsplan gegen Kinderarmut

2. Kindergrundsicherung einführen

3. Chancengerechtigkeit von Kindern und Jugendlichen z.B. kostenlose Schulverpflegung, Lehrmittelfreiheit an Schulen, kostenloser öffentlicher Nahverkehr, kostenfreie Kitaplätze etc.


Armut von Frauen

1. Geschlechterunabhängige Gehälter

2. Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer

3. Alterssicherung und Frauen vor Altersarmut schützen durch die Finanzierung einer „Mütterrente“ aus Steuermitteln und Anrechnung von Rentenpunkten für ALLE geborenen Kinder

4. Stärkere Berücksichtigung von Betreuungs- und Pflegezeiten bei der Rentenberechnung

 

Armut und Wohnen

1. die Einführung einer landesweiten Wohnungsnotfallstatistik

2. Wiederauflage von Förderprogrammen für sozialen Wohnungsbau in allen Quartieren

3. Entwicklung eines Wohnungslosenrahmenplans für das Land Brandenburg und Aufstockung des Budgets für Hilfsangebote

4. Ausweitung von Mieter*innenschutz und Mietpreisbremse

 

Armut und Schulden

1. Reduzierung von Inkassobüros- und Rechtsanwaltskosten, bis eine Verhältnismäßigkeit zur eigentlichen Forderung hergestellt ist

2. Zwingende Begrenzung der Mindestvertragslaufzeiten auf max. 1 Jahr, um vor einer Schuldenfalle durch monatliche Zahlungsverpflichtungen zu schützen

3. Finanzierung von Wohnortnahen und für Bürger kostenfreie Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in Brandenburg

 4. Zwingende Vermittlung von Klienten mit Schuldensituation durch alle Träger von Sozial- und Ersatzleistungen

 

Bild:

1. Brandenburger Sozialgipfel in Potsdam, Bürger*innen schreiben ihre Forderungen auf

Foto copyright: Der Paritätische, Landesverband Brandenburg e. V.


Weitere Informationen und den kompletten Forderungskatalog finden Sie auf der Seite http://www.liga-brandenburg.de/sozialgipfel


Der Paritätische Brandenburg ist einer der größten Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Brandenburg. Er setzt sich öffentlich und wirkungsvoll für die Belange benachteiligter Menschen ein. Für Politik und Verwaltung ist der Paritätische Brandenburg auf kommunaler Ebene sowie im Land ein fachkompetenter, kritischer und anerkannter Partner.

Unter dem paritätischen Dach sind in Brandenburg über 300 eigenständige, gemeinnützige Organisationen mit mehr als 900 Einrichtungen zusammengeschlossen. Dazu gehören große überregionale Institutionen, kleinere und mittlere regionale Organisationen aber auch lokale Selbsthilfegruppen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

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Mirjam Deponte

Referentin Kommunikation und Information

Landesgeschäftsstelle

Tornowstraße 48
14473 Potsdam

Tel. 0331 | 28497 - 64
Fax 0331 | 28497 - 30

E-Mail: mirjam.deponte(at)paritaet-brb.de

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