Potsdam, 16. Oktober 2019 Landesverband / Pressemitteilungen Landesverband / Armut / Landesarmutskonferenz
Weltarmutstag am 17. Oktober – "Aktiv gegen Armut in Brandenburg vorgehen!"

Der Sprecher der Brandenburger Landesarmutskonferenz, Andreas Kaczynski, ist besorgt über die anhaltende Kinderarmut in Brandenburg.

Andreas Kaczynski
Andreas Kaczynski

1992 erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 17. Oktober zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut. Ein Anlass, auch im eigenen Land auf die von Armut betroffenen Menschen zu schauen.
Die Landesarmutskonferenz (lak) – ein Bündnis aus über 30 Verbänden, Vereinen, Kirchen, (Selbsthilfe-) Initiativen und gesellschaftlichen Gruppen, engagiert sich seit über 10 Jahren gegen die Armut in Brandenburg.

In den Jahren 2013 bis 2017 sank die Armutsgefährdungsquote in Brandenburg leicht um 2,7% und liegt laut dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg unter dem bundesdeutschen Durchschnitt. Trotz des Erfolges leben nach wie vor 15% der Menschen in Brandenburg in Armut. Es sind vor allem Kinder unter 18 Jahre (20,1%), junge Menschen bis 25 Jahre (24,4%) sowie Alleinerziehende.
17,5 % der alleinerziehenden Haushalte empfangen Leistungen zur Grundsicherung. Dabei sind die Alleinerziehenden überwiegend erwerbstätig. Die Kinderarmut in Deutschland und in Brandenburg ist anhaltend und alarmierend hoch. Jedes fünfte Kind in Deutschland lebt in Armut.

Der Brandenburger Sozialindikatorensatz 2019 belegt auch, dass sich der Anteil der Sozialhilfeempfänger über 65 Jahren von 2014 bis 2017 fast verdoppelt hat von 2014: 0,7% auf 2017:1,2 %.

"Es ist nicht hinnehmbar, dass trotz der wirtschaftlichen Erholung der letzten Jahre weiterhin 15% der Brandenburger in Armut leben müssen.", kommentiert Andreas Kaczynski, Vorstandsvorsitzender des Paritätischen Landesverbandes Brandenburg und Sprecher der lak die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. „Der aktuell erschienene Sozialindikatorensatz 2019 bestätigt die Befunde der letzten Jahre. Kinder, Jugendliche, Alleinerziehende und alte Menschen sind in besonderer Weise von Armut betroffen.“, so Kaczynski weiter.

Die Landesarmutskonferenz (lak) hat deshalb einen Forderungskatalog verabschiedet, der konkrete Vorschläge an die Politik unterbreitet. "Nötig ist jetzt ein Bündnis von Politik und Gesellschaft, das Armut in allen Bevölkerungsschichten konsequent bekämpft!", appelliert Kaczynski.

Kernforderungen des Papiers sind unter anderem: die Schaffung einer Kindergrundsicherungund eines transparenten und vor Armut schützenden Rentensystems, die Stärkung sozialer Strukturen in den ländlichen Räumen sowie die Etablierung einer Gesundheitsförderung insbesondere für Erwerbslose auf kommunaler Ebene.

"Armutsbekämpfung ist nicht nur ein Gebot der Menschlichkeit. Ihre Vermeidung ist auch volkswirtschaftlich sinnvoll, denn immense Folgekosten beispielsweise in der Gesundheitsversorgung könnten so minimiert werden. Zahlreiche Studien belegen: Armut führt nicht nur zu gesellschaftlicher Ausgrenzung. Wer arm ist, hat weniger Zugang zu Bildung, Kultur, medizinischer Versorgung und präventiven Angeboten. Bekanntermaßen sind davon besonders Alleinerziehende und alte Menschen betroffen. Und weiterhin viele Menschen, deren Arbeitsentgelt zum Leben nicht ausreicht.“, appelliert und betont Kaczynski anlässlich des morgigen Weltarmutstages.
 

Weitere Informationen über die Landesarmutskonferenz unter:

https://www.liga-brandenburg.de/lak-Aktuell-847678.html


Die hier zugrunde gelegte Statistik und veröffentlichten Prozentzahlen sind der Broschüre „Brandenburger Sozialindikatoren 2019“ entnommen, welche vom Landesamt für Soziales und Versorgung im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie im Oktober 2019 herausgegeben wurde.

Foto: Andreas Kaczynski, © Der Paritätische Brandenburg
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